Songtexte

Spaß gemacht

Wir waren eine Rockband und wir kam`n uns wie die Größten vor,
Noch heute hab` ich dieses Pfeifen in meinem rechten Ohr.
Oft kamen nur fünf Leute um uns anzuseh`n,
Und um den Bus zu kriegen mussten drei schon früher geh`n.

Doch es hat soviel Spaß gemacht, wir fühlten uns wie Stars,
und wir sagten irgendwann einfach: ?Das war`s!?

Wir hatten einen Proberaum, doch wir probten nicht sehr viel,
Wir dachten halt, das braucht man nicht, wir spielten nach Gefühl.
So klang das dann auch meistens, manchmal wirklich fürchterlich,
Zusammenspiel und Timing waren uns`re Sache nicht.

Doch es hat…

Die Gesangsanlage war meist irgendwo geschnorrt,
Die Instrumente packten wir in einen alten Ford.
Wir spielten für ein Butterbrot, doch das hat uns nie gestört,
Weil das auf dem Weg nach oben wohl dazugehört.

Doch es hat…

Vielleicht ha`m wir uns gestritten, vielleicht ha`m wir eingeseh`n,

Dass das nicht die Musik war, auf die die Mädels steh`n.

Wie spielten ziemlich simples Zeug, meistens E und A,
Nicht selten kam es vor, dass einer früher fertig war.
Nach einem Auftritt kam ein Mädchen zu mir, es war schon spät
Und sie sagte: ?Wow, das ist echt das Zeug, auf das mein Vater steht!?

Bluesgitarren will heut nun mal keine sau mehr hör`n
Wir ahnten das auch irgendwie, doch wir ließen uns nicht stör`n.

Denn es hat soviel Spaß gemacht, wir fühlten uns wie Stars,
und wir sagten irgendwann einfach:
wir dachten irgendwann einfach,
sagten irgendwann einfach: ?Das war`s!?


Du riechst nach Sommer

Es ist warm, fast kein Lüftchen regt sich,
Kaum ein Blatt am Baum bewegt sich.
Du hast die ganze Zeit im Gras gelegen
Und jetzt blickst du mir entgegen.
Du blinzelst, deine Augen fast geschlossen,
Auf deiner Nase tanzen Sommersprossen.
Du siehst hoch und fragst: „Wie wird das Wetter?“
Ich küss dich zwischen deine Schulterblätter.
Und du…

Du riechst nach Sommer, du riechst nach Sommer.
Dein Haar, deine Haut, wie du strahlst und du schaust hoch zur Sonne
Und du riechst nach Sommer.

Wird uns das Leben noch Jahrzehnte schenken,
Werd` ich immer noch an diesen Sommer denken.
An jedes Bild, an jeden Laut,
An den leichten Stoff auf deiner braunen Haut.
Ich möcht` dich mal`n, so wie dich hier fand,
Eine Pusteblume in deiner Hand.
Seh` dich lachend durch die Wiese schreiten,
Du lässt das Gras durch die nackten Zehen gleiten.

Und du…

Wie gut das passt, du und ich – wir beide
Wie nie ein Tag dem andern gleicht
Wie ein Werbefilm für Lebensfreude
Eine Spur zu kitschig vielleicht

Und du….


November

Du sagst, der November hat auch seine guten Seiten,
„Welche zum Beispiel?“, denk ich, doch ich will nicht schon wieder streiten.
Du fragst, warum wir uns ständig in die Haare kriegen,
Ich denk: „Der November“ und sag: „Wird wohl an der Arbeit liegen.“

November…. November…

Es regnet in Strömen, der Himmel ist dunkelgrau,
Wenn wir uns versöhnen, dann nur ganz kurz, das weiß ich genau.
Die trostlose Jahreszeit gibt ein gutes Bild für uns her,
Ich würd`s ja jetzt sagen, wenn`s nicht so naheliegend wär.

November… November…

Obwohl wir zu zweit sind, ist jeder für sich allein.
Wenn das hier der Herbst ist, wie wird`s dann erst im Winter sein… November

Manchmal, wenn wir reden, huscht ein Lächeln über deinen Mund,
Wir lachen sogar und ha`m doch eigentlich keinen Grund.
Wir geh`n durch die Straßen, jeder blickt vor sich her.
Wann wir uns vertraut war`n – ich weiß es nicht mehr.

November… November…

Und auch heut Abend geh`n wir schweigend zusammen nach Haus,
Wir denken dasselbe, und doch spricht es keiner aus…

Du sagst, der November hat auch seine guten Seiten,
„Welche zum Beispiel?“, denk ich…

Und wenn ich sage, sagst du

Ich weiß, man kann sich mit mir streiten, ich hab` so meine Arschlochseiten,
Bin manchmal unbeherrscht und stur, doch eigentlich `ne Frohnatur.
Und das ist meistens echt.

Und wenn ich sag, das mit dem lieben Gott ist alles nur Betrug,
Dann sagst du, dass wir zwei zusamm`n sind, ist schon Gottesbeweis genug.
Und wahrscheinlich hast du Recht.

Und wenn ich wieder hör`n will, was an mir denn so Besond`res ist,
Dann sagst du: ?Ach, ich liebe dich, obwohl du so bist, wie du bist.?
Und dann grinst du so dabei.

Und wenn ich dich im Arm halt und dich küss und meine Traumfrau nenn,
Dann fragst du mich, wie viele Frauen ich denn wohl intimer kenn.
Und ich sag: ?So zwei bis drei.?

Ich weiß ja, dass ich nicht perfekt bin, doch ich bin der, der dich liebt.
Und ich bin sicher, dass es noch viel größ`re Arschgesichter gibt.
Mit mir ist es bestimmt auch nicht ganz leicht, aber zum Glück, oh Mann,
Gibt es ja schließlich dich, die über mich noch immer lachen kann.

Und wenn ich mich mal aufreg` , weil die Dinge nicht so funktionier`n,
Dann sagst du, damit muss man leben, oder sie halt reparier`n,
Zu blöd, wenn man das nicht kann.

Und wenn ich wieder klag, die ganze Welt wär` zu mir so gemein,
Dann hältst du mich ganz fest und sagst, so schlimm könnt`s doch wohl echt nicht sein.
Aber ich wär` schon echt arm dran.

Und wenn ich fluch und motz und sag was für `ne Riesenwut ich hätt,
Dann sagst du: ?Ja, du hast ja Recht, und jetzt komm her zurück ins Bett?.
Und dann ist die Wut vorbei.

Und wenn ich sag, mir stinkt hier alles und am liebsten ging ich fort,
Dann sagst du: ?Liebster, kein Problem, mit dir ging ich an jeden Ort,
Welcher Stadtteil das auch sei.?

Und wenn ich alles besser weiß, obwohl ich keine Ahnung hab,
Dann sagst du: ?Vielleicht stimmt das, aber warten wir`s doch erst mal ab.?
Und zeigst mir dann, was richtig wär`.

Ich weiß, man kann sich mit mir streiten, ich hab` so meine Arschlochseiten,
Bin manchmal unbeherrscht und stur, doch eigentlich `ne Frohnatur.
Und mit dir ist das nicht schwer.

Sonderbares Paar

Die Hochzeitreise machte jeder ganz für sich allein,
Schon damals sagten einige: ?Da muss der Wurm drin sein!?
Was sie am liebsten machte, da stand er meist nicht drauf,
Und wenn er endlich schlafen ging, dann stand sie gerade auf.

Sah man einen von ihnen, war der andere niemals da,
Und alle Leute dachten: ?So ein sonderbares Paar?

Ins Kino gingen sie selten, aber schon so dann und wann,
Doch sah`n sie sich dann niemals dieselben Filme an.
Er legte Heavy Metal auf, wenn er in`s Auto stieg,
Sie stand eher auf Schlager, oder auch auf Volksmusik.

Kaum jemand wusste von ihr, dass sie nicht solo war,
Denn sie kam ja stets alleine, welch ein sonderbares Paar.

Auch im Urlaub verbrachten sie zusammen nicht viel Zeit,
Das hatte auch sein Gutes, denn so gab es niemals Streit.
Sie hatten niemals Sex und sie sprachen auch nicht viel.
Und gingen sie spazier`n, dann niemals mit demselben Ziel.

Nur manchmal abends streichelte er nachdenklich ihr Haar,
Und sagte: ?Mensch, was sind wir bloß für ein sonderbares Paar.?

Er aß am liebsten Gulasch mit Schweinefleisch darin,
Sie dagegen war ganz strenge Vegitarierin,
Sie wählte CDU und er die SPD.
Sie fuhr lieber geschlossen und er im Cabriolet.

Ging sie zum Dortmundspiel, stand er im Schalketrikot da,
Wer sie zusammen sah, dachte: ?Oh Mann, was für ein sonderbares Paar.?

Bis er dann schwer erkrankte, machte jeder so sein Ding,
Und er sagte noch zu ihr kurz bevor`s an Sterben ging:
?Wir wollten das zu zweit doch schließlich bloß mal ausprobier`n,
Doch vielleicht sollten wir`s wirklich auch nicht überstrapazier`n.?

Und als er dann begraben wurde, war`n kaum Leute da,
Doch die, die da war`n, dachten: ?Das war echt ein sonderbares Paar!?

Sie war nicht lang alleine, so dreizehn Wochen nur,
Dann machte sie sich auf zu einer Partneragentur.
Dort wurde sie danach gefragt, was ihre Wünsche wär`n.
Sie sagte: ?Sonderbare Dame sucht sonderbaren Herren.?

Carola (du bist wie der Rainman)

Wir sitzen im Cafe, ich frag`: ?Soll`n wir geh`n oder noch was bleiben??
Du starrst nur auf die Fliege, die ich versuche zu vertreiben.
Dann irgendwann stehst du auf und sagst: ?So, jetzt ist es aber Zeit!?
Oh Carola, ich muss sagen, allmählich bin ich`s leid.

Oh Carola, du bist wie der Rainman, ich komm irgendwie nicht an dich ran,
Ich weiß wirklich langsam nicht mehr, was ich noch versuchen kann.
Oh Carola, du siehst wirklich toll aus, und irgendwie mag ich dich schon,
Aber Carola manchmal sehn` ich mich nach etwas Kommunikation.

Wir sind in meinem Zimmer und du liegst in meinem Arm,
Ich frag`: ?Ist die Temperatur OK, oder ist dir auch so warm??
Du liegst nur wortlos da und du starrst zum Fenster raus,
Und irgendwann stehst du einfach auf und machst die Heizung aus.

Oh Carola…

Vielleicht glaubst du, man hält dein Schweigen für geheimnisvoll,
Aber Carola, wir sind doch erwachsen, ich weiß nicht, was das soll.

Oh Carola…